Waldweg in Thüringen, 2009

Waldweg in Thüringen, 2009


Wege entstehen dadurch, dass man sie geht!

(Franz Kafka)

Für manche Menschen ist der Weg in eine psychotherapeutische Praxis mit Ängsten verbunden. Verständlich, denn für viele Personen ist das etwas gänzlich Neues und Unbekanntes. Und oft fehlt zuerst einmal nur Information.

Psychosomatische Erkrankungen
Körper und Seele stehen in einer beständigen Wechselbeziehung, wie auch der Mensch in einem kontiunierlichen Austausch mit seinem sozialen Umfeld und der Umwelt steht.

Psychosomatische Störungen sind körperliche Erkrankungen mit einer meist hohen psychischen Beteiligung und der Leidensdruck ist groß. Die Psychotherapie ersetzt jedoch niemals die medizinische Behandlung.

Am häufigsten betroffen sind die Organsysteme: Magen-Darm, Herz-Kreislauf, Bewegungsapparat und Haut. Depressionen, Ängste und Schlafstörungen kommen in diesem Zusammenhang vor.

Die ressourcenorientierte psychotherapeutische Behandlung zielt darauf ab, das Symptom einerseits in seiner Funktion zu erfassen und andererseits die Fähigkeit, dieses Symptom zu beeinflussen, zu stärken.

Trauer
Traurig-sein, d.h. die Fähigkeit zu trauern, gehört zu den primären Gefühle. Diese Fähigkeit wird uns Menschen „in die Wiege gelegt“, d.h. es ist ein Geburtsrecht.

Trauer ist eine überlebenswichtige Reaktion z.B. auf den Verlust eines nahen Menschen durch Tod oder Trennung. Doch auch der Verlust der Arbeit oder der Arbeitsfähigkeit, eine lieblose Kindheit oder eine schwere Erkrankung lösen Verlust- und Verlassensängste aus, die der Trauer vorangehen.

Menschen gehen unterschiedlich mit diesem Gefühl um, d.h. haben unterschiedliche Strategien, sich dem Verlust und der Angst zu stellen.

Mit der einsetzenden Trauer beginnt die Verarbeitung und jeder Mensch erlebt sie in seiner oder ihrer ganz persönlichen Art und Weise. Wie, hängt auch damit zusammen, welche Einstellungen im sozialen Umfeld den Betroffenen beeinflussen und welche Haltung er oder sie selbst dazu hat.

Müdigkeit und Erschöpfung
Müdigkeit nach beruflichen oder sportlichen Anstrengungen sind Indikatoren dafür, dass der Mensch an seinen Grenzen angelangt ist und nach Ruhe strebt. Diese Grenzen können durch sinnvolles Training erweitert werden. Diese Müdigkeit wird meistens als angenehm erlebt und der Mensch schöpft eine gewisse Befriedigung durch sein Tun.

Wenn der Mensch die körperlichen oder seelischen Warnsignale nicht wahrnimmt und lange Zeit über seine Grenzen geht oder gezwungen ist, über sein Grenzen zu gehen, entstehen chronische Erschöpfungszustände, die ohne medizinische oder psychotherapeutische Behandlung nicht mehr bewältigbar sind.

Arbeitsbedingte oder permanente körperliche Überforderung, ungelöste Konflikte, Krankheit und Mangelernährung oder Gewalt führen zu körperlicher und emotionaler Erschöpfung. Das hat ernstzunehmende Konsequenzen und der Mensch erkrankt .

Essstörungen
Essen ist lebensnotwendig und nicht vermeidbar. Im Zusammenhang mit Essstörungen dient das Symptom der Regulation von Gefühlen, Emotionen und Affekten. Im Besonderen von inneren Spannungszuständen, die in vielen Fällen von Depressionen begleitet werden. Eine Essstörung kann auch eine Traumafolgeerkrankung sein.

Der soziale Umgang mit dem Körper im Allgemeinen spielt eine sehr große Rolle. Betroffene Menschen verfügen über ein negatives Bild von sich und ihrem Körper. Es ist meist von familiären und gesellschaftlichen Anforderungen an Leistung und Perfektionismus geprägt.

Der Körper einer essgestörten Persönlichkeit ist nie nur ein Körper an sich, sondern immer auch Träger vieler überfordernder Zuschreibungen und geforderter Eigenschaften. Dieser Körper wird dann im Ringen nach der eigenen Identität, der eigenen Grenzen und nach einem selbstbestimmten Leben zum gequälten Austragungsort für diesen Suchprozess.

Angst
Furcht (Realangst) ist ein primäres Gefühl und überlebensnotwendig. Furcht macht wachsam, sie schärft die Sinne und der Organismus stellt sich auf eine bedrohliche Situation durch eine erhöhte Handlungsbereitschaft ein. Sie gehört zum Leben, d.h. der Mensch muss in der Lage sein, Furcht zu erleben, um überleben zu können.

Der Bedeutung dieser Fähigkeit wurde ein Märchen gewidmet: Einer der auszog, das Fürchten zu lernen.

Erst wenn der Mensch unter seinen Ängste andauernd zu leiden beginnt und keine körperliche Ursache der Ängste nachweisbar ist (z.B. Fehlfunktion der Schilddrüse), wird das Gefühl zum Symptom.

Das Symptom beherrscht dann nicht nur das Fühlen, sondern auch das Körpererleben, das Denken und das Handeln. Als Symptom zeigt sich die Angst in unterschiedlicher Art und Weise. Sie kann generalisiert (Angststörung) oder panikartig (Panikstörung) auftreten oder ist an ein Objekt, eine Situation (Phobien) gebunden.

Depressionen
Obwohl das Wort depressiv im Alltag häufig verwendet wird, wird die Depression als Erkrankung oft nicht ernst genommen oder die betroffene Person erlebt sich deshalb als Versager oder Versagerin.

Das Leitsymptom ist ein Zustand der psychischen Niedergeschlagenheit. Charakteristisch ist die psychische Einengung und der sozialer Rückzug, der Verlust der Fähigkeit zur Freude und zur Trauer, Unruhe, Gefühle von Leere, Wertlosigkeit und Sinnlosigkeit bis hin zu latenter oder akuter Suzidialität). Innere Unruhe, Hoffnungslosigkeit, Konzentrations- und Entscheidungsprobleme, Gedankenkreisen und Schuldgefühle sind weitere (jedoch nicht alle, Symptome) die auftreten können. Ebenso können sich Vitalstörungen zeigen: Appetitverlust, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme, wie auch Schmerzen in unterschiedlichen Körperregionen, besonders ein quälendes Druckgefühl im Brustbereich.

Bei einer schweren depressiven Episode kann der betroffene Mensch in seinem Antrieb so gehemmt sein, dass er oder sie auch einfachste Tätigkeiten wie Körperpflege, Einkaufen oder Abwaschen nicht mehr verrichten kann.

Depressionen zeigen sich in unterschiedlichen Ausprägungen und Schweregraden.

Belastungsstörungen
Siehe: Traumatherapie



Licht und Schatten, Thüringen 2009

Licht und Schatten, Thüringen 2009


Unterschiede

Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Menschen die drei Berufsgruppen: Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie inhaltlich kaum oder gar nicht unterscheiden können. Aus diesem Grunde möchte ich es kurz skizzieren.

Psychotherapie ist eine eigenständige Wissenschaft. PsychotherapeutInnen behandeln leidende Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen mit wissenschaftlich fundierten Methoden. Die Vorgehensweise ist abhängig von der gewählte psychotherapeutischen Schule. Gemeinsames Ziel ist, wie Viktor Frankl es so treffend formuliert hat: die Heilung der Seele per intentionem.

Der Mensch selbst wird als der Experte, die Expertin im eigenen Leben gesehen und die Psychotherapie als unterstützende Behandlung, dafür Bewußtheit zu schaffen und zu ermutigen, den eigenen Weg zu finden und zu gehen.

Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. PsychologInnen versuchen Erleben, Verhalten und Entwicklung des Menschen zu beschreiben, zu erklären und vorherzusagen. Die Arbeitsfelder der Psychologie sind weit gestreut (z.B. Klinische Psychologie, Verkehrspsychologie, Wirtschaftspsychologie,….)

Psychiatrie ist ein Teilgebiet der Medizin, die Lehre von gesunden und kranken Menschen. PsychiaterInnen behandeln Menschen mit seelischen Erkrankungen mit Hilfe medizinischer Methoden (z.B. Medikamente). Das ärztliche Gespräch ist traditionsgemäß ein wichtiger Teil der Behandlung. Innerhalb dieser Disziplin gibt es zahlreiche Spezialisierungen (z.B. Kinderpsychiatrie, Gerontopsychiatrie,…).

Wenn Sie eine Frage haben, lade ich Sie ein, mir eine E-Mail zu schreiben.



0699 1 966 92 84
gertrude@rabel.co.at